12. Oktober 2022 18:30 - 20:30

STIMMEN AUS OSTEUROPA: Irina Scherbakowa

© David Ausserhofer/ Körber-Stiftung
Veranstalter: SLUB
https://www.slubdd.de/scherbakowa
Eintritt:
Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten
Wie Kriege Biographien verändern

Eine Literaturreihe von Städtischen Bibliotheken Dresden, SLUB/Sächsischer Landesbibliothek- Staats- und Universitätsbibliothek und der Friedrich-Ebert-Stiftung/Büro Sachsen. Im Rahmen von vier moderierten Lesungen kommen Autorinnen und Autoren mit Wurzeln in Osteuropa zu Wort: Irina Scherbakowa, Aka Mortschiladse, Andrej Kurkow und Natascha Wodin. Durch ihre Herkunft aus der Ukraine, Georgien und Russland und ihr Schreiben zum Thema Krieg und dessen Folgen für Biografien und Familienkonstellationen positionieren sie ihre Stimmen für Europa und gegen den Krieg.

Irina Scherbakowa: Die Hände meines Vaters. Eine russische Familiengeschichte (Droemer 2017, aus dem Russischen von Susanne Scholl)

Mit „Die Hände meines Vaters“ erzählt Irina Scherbakowa die Geschichte ihrer jüdisch-russischen Familie – vor dem Panorama der Oktoberrevolution, der Weltkriege wie des gesamten 20. Jahrhunderts. Ihre jüdische Großmutter hat die Pogrome, die Oktoberrevolution und den Bürgerkrieg von 1917/18 überlebt. Ihr Vater kämpfte als Offizier im Zweiten Weltkrieg vor Stalingrad. Und sie selbst wuchs zur Stalinzeit in Moskau auf: Irina Scherbakowa stammt aus einer Familie, die alle Schrecknisse des 20. Jahrhunderts miterlebt hat. Und doch empfindet die renommierte russische Publizistin ihre Familiengeschichte als eine glückliche – sind ihre Vorfahren und sie doch immer wider alle Wahrscheinlichkeit davongekommen. Und so zeichnet Irina Scherbakowa das Porträt nicht nur einer Familie, der es stets mit viel Glück gelang, düstere Zeiten zu überstehen, sondern auch und vor allem die Geschichte eines bewegten Jahrhunderts, die uns noch heute beschäftigt.

Irina Scherbakowa, geboren 1949 in Moskau, ist Historikerin, Publizistin und Übersetzerin. Die Autorin gehört zu den Gründer:innen der Menschenrechtsorganisation Memorial, die Stalin-Opfer und deren Angehörige ermutigt, Zeugnis abzulegen.

Moderation: André Fleck (Politikwissenschaftler)